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Der Ausbildungskurs für Sprachgestaltung und Schauspiel wendet sich an Menschen, die sich Fähigkeiten im Schauspiel, für die Rezitation und allem, was mit der darstellenden Bühnenkunst zusammenhängt, erwerben wollen. Die vielseitigen Kompetenzen, die man sich durch das Studium aneignen kann, sind natürlich auch ein grosser Gewinn, eine wertvolle Bereicherung für pädagogische, therapeutische und soziale Berufe.

Fächer: Sprachgestaltung, Schauspiel, Bewegungsschulung, Eurythmie, Menschenkunde, Literatur u. a.

Der angehende Schauspieler lernt den Körper bewusst zu ergreifen durch Übungen aus der griechischen Gymnastik, Bewegungsschulung und Arbeit an sprechender Gebärde und mimischem Körperausdruck. Das Bewegen von Konsonanten und Vokalen, Farben, Klängen in der Eurythmie erzeugt ein freies durchlebtes Gestalten der sprachlichen Elemente. Der Schauspieler muss Lautsprache und Körpersprache beherrschen, diese frei zur Verfügung haben, um die dichterischen Figuren auf der Bühne überzeugend darstellen zu können und ihnen Leben und Ausstrahlung zu verleihen.

Die harmonische Einheit der verschiedenen Disziplinen des Griechischen Fünfkampfes: Laufen, Springen, Ringen, Diskus- und Speerwerfen, führen den Körper in die Kraft, Leichtigkeit, Geschicklichkeit, die für das Agieren auf der Bühne unerlässlich sind. Die seelischen Qualitäten der Eurythmie ermöglichen das Eintauchen in die Welt der Laute und Töne. Es erschliessen sich plastische und musikalische Nuancierungen, die sublimiert in der Sprachgestaltung zur Anwendung kommen. Durch das Erleben und Erzeugen von Lautstimmungen beim aktiven Zuhören eines Gesprächs, einer Rede des Bühnenpartners oder durch das Intonieren von eigenen Gebärden und sprachlichen Botschaften bringt der Schauspieler Bewusstsein in die Handlung. Die Improvisation bietet Raum für Kreativität, spontane Spielfreude, Unerwartetes, ein natürliches Eingehen auf die Impulse des Spielpartners und vieles mehr. Im Schauspiel bilden Bewegung und Sprache eine harmonische Einheit. Diese muss für jedes Stück und jede Rolle neu gefunden werden. Zugleich erhält jede Rolle durch die Individualität des Darstellers eine einmalige, besondere Färbung.

Sprachgestaltung für die Bühnenkunst entwickelt sich zusammen mit den oben beschriebenen Bewegungsübungen. Freies Atmen, Nuancierungen werden geschult anhand epischer, lyrischer, dramatischer Beispiele aus der Literatur. Deutlichkeit im Sprechen, Klangfärbung, Kräftigung der Stimme, das Gefühl für unterschiedliche Rhythmen sind mit Hilfe von Sprachübungen Teil der Ausbildung. Individuelle Arbeit ist hier wichtig und wird durch regelmässigen Einzelunterricht gefördert. Das Ziel ist, die eigene Stimme, Sprachkraft und Atembewegung als Instrument zu fühlen, auf dem gespielt werden kann ohne Verspannung und Druck. Dadurch wird der Ausdruck des Dramas und der eigenen Rolle reich und farbig.

Ein Lernklima, in dem persönlich Individuelles wie auch übergeordnet Objektives sich entwickeln und entfalten kann, ist dem Kollegium wichtig.

Schwerpunkte der drei Ausbildungsjahre:

1. Jahr:
Sprachgestaltung: Sprachübungen, Epik, Balladen
Schauspiel: Griechischer Fünfkampf
Improvisation. Laut- und Farbstimmungen, Maskenbau und Maskenspiel
Erarbeiten einer kürzeren Darbietung
Eurythmie: Eurythmische Grundelemente, Stabübungen
Anatomie: Knochen und MuskelnFachunterricht: Goethes Farbenlehre, Anthroposophische Menschenkunde

2. Jahr
Sprachgestaltung: Sprachübungen, von Epik zur Lyrik,
alte Kulturen, Klassik, Romantik, Moderne
Schauspiel: Griechische Gymnastik, Bothmer Gymnastik
6 Sprachoffenbarungen, artikuliertes und modifiziertes Gehen
Anwendung der Übungen in Texten und Szenen, Rollenstudium
Öffentliche Aufführung
Eurythmie: Farb-, Laut- und Tonqualitäten, Rhythmen
Fachunterricht: Menschenkunde, das rhythmische System: Lunge, Herz, Kehlkopf
Kunstgeschichte, Metrik-Poetik

3. Jahr
Sprachgestaltung: Dramatische Beispiele aus Dichtung und Dramen. Drei Sprachansätze.
Monologe, Rollenstudium, Sprechen zu Eurythmie
Schauspiel: Vertiefung der gymnastischen- und Bewegungsübungen
Einstudierung eines Dramas mit methodischem Aufbau nach den Angaben des «Dramatischen
Kurses» von Rudolf Steiner
Eurythmie: Apollinische und Dionysische Formen. Sprechen zur Eurythmie
Fachunterricht: Theatergeschichte, Theaterliteratur
Dramatischer Kurs und erweiterte Menschenkunde
Das dritte Ausbildungsjahr schliesst ab mit einer Prüfung. Die Studierenden zeigen ihr Können in
Form einer schriftlichen und mündlichen Darstellung. Eine sprachliche und/oder dramatische
Aufführung beendet das Studium.
Nach erfolgreichem Abschluss wird die Leistung und der Besuch der Ausbildung schriftlich
bestätigt.

In Planung: 4. Jahr
Im Gespräch ist eine weiterführende Studienvertiefung in Form eines Individualstudiums,
die, bei bestehendem Interesse, ein Diplom für die Lehrberechtigung von Sprachgestaltung
und Schauspiel ermöglicht.

Regulärer Unterricht:
2 Nachmittage (Di und Mi) pro Woche von 17 – 21:15 Uhr
Einzelstunden wöchentlich nach Absprache für jeden Teilnehmer
 
7. September – 3. Oktober 2021
18. Oktober – 18. Dezember 2021
10. Januar 2022 – 26. Februar 2022
14. März – 9. April 2022
25. April – 25. Mai 2022
7. Juni – 9. Juli 2022
Während der Schulferien findet kein Unterricht statt.

* Intensivwochenenden Herbst 2021- Sommer 2022
Beginn jeweils Freitag ab 17 Uhr, Ende Sonntag 12:30 Uhr
Schauspiel, Eurythmie, Sprachgestaltung
10.- 12. September (Improvisation und Eurythmie zum Thema Gegensätze)
Sprachübungen, Nordische Dichtung - Stabreim
1.-3. Oktober (Alliteration / Pantomime) Übungen für Epik. Edda, Kalevala
5. – 7. November (Lautstimmungen) Hexameter, südliche Dichtung
26. -28. November (Tanz und Anatomie mit Angi Lau) Alliteration - Assonanz
21.-23. Januar Elemente 4 Konsonantenarten und Vokale; (Tanz und Anatomie) Fabeln, Spüche, kleine Erzählungen
18.- 20. Februar (Farben) Märchen
18.-20. März (Maskenbau und -spiel) 
29. April- 1. Mai (Einstudierung Charakterspiel mit Masken) Temperamente
10.-12. Juni (Arbeit am Stück) Übersicht zum Thema Epik

Intensivwoche 1.-9. Juli (Arbeit am Stück und Darbietung) Übungen,
dramatische Texte, Gedichte, Monologe

Ort n.n.
Beginn der Ausbildung Dienstag, 7. September 2021, 17 Uhr.

Anmeldung:

Vorsprechen
Lebenslauf, evtl. Zeugnisse (Altersgrenze 35 Jahre)

Anmeldung erbeten an:
Sighilt von Heynitz
Brachmattstr. 28
4144 Arlesheim

s.v.heynitz@ebmnet.ch
Tel. +41 (0)61 331 31 58

Kurskosten: Fr. 500 /Monat (10 Monate)
Stiftung Freie Gemeinschaftsbank
Meret Oppenheimstr. 10, 4053 Basel
IBAN CH26 0839 2000 0282 2031 5
Projektfonds 2515 / Vermerk Ausbildungskurs

Die Initiative wird unterstützt durch oling.punkt

Esther Bohren
Freies Studium Pantomime bei E. G. Böttger, Ausbildung und künstlerischer Abschluss an der Schule für Sprachgestaltung und Schauspiel am Goetheanum. Mitglied im Mimen Ensemble Bern, Mysterien Dramen-Ensemble am Goetheanum und Scala Basel, freischaffende Tätigkeit mit Sprachgestaltung, Schauspiel und Regie.

Bewegen, Sprechen, Denken -
«Diese drei menschlichen Fähigkeiten greifen ineinander, durchdringen und fördern sich gegenseitig. Ich bin fasziniert, wie vielfältig Gebärdensprache und Sprachgebärde ineinander greifen können, sei dies im Schauspiel, in der Sprachgestaltung oder Eurythmie. Richtig spannend wird es, wenn Schauspiel und Eurythmie sich im Bühnengeschehen begegnen.

Im Schauspielunterricht geht der Weg von der griechischen Gymnastik zur mimischen Körpersprache. Der Leib, das Instrument des Schauspielers, soll durch Übung geschmeidig und flexibel werden, damit Wesenhaftes überzeugend zur Darstellung gebracht werden kann.»

 

Sighilt von Heynitz
Geboren in Bayreuth. Studium in Sprachgestaltung und Schauspiel am Goetheanum, Dornach. Mitglied des Bühnenensembles bis 2001. Leitung der Schule für Sprachgestaltung und Schauspiel am Goetheanum von 1996 – 2003. Anschliessend freie Projekte als Schauspielerin und Regisseurin in Basel. Dozentin für Sprachgestaltung in der Schweiz, in Deutschland und Litauen. Weiterbildung in "Arts Administration" an der Universität Zürich. Vielfältige Unterrichtstätigkeit, Lesungen, Kurse. 2006 Gründung des Mysterien Dramen-Ensembles Basel, das seitdem die 4 Dramen von Rudolf Steiner aufführt. Mitarbeiterin der oling.punkt Initiative zur Förderung der Sprachkunst.

Sprache gestalten, wie?
Den gedanklichen, gefühlsbetonten oder willenshaften Inhalt.
Den charaktervollen Ausdruck, das Temperament in Wärme und Kälte. Rezitation, Deklamation.
Dichtung gestalten durch die Elemente Rhythmus, Reim, Vers, Strophe.
Atem-, Form- und Stimmkraft, Ausgewogenheit der Konsonanten und Vokale. Lautempfinden.

«Im bewussten Sich Vertiefen in die Sprachvielfalt offenbaren sich Kräfte, in denen das Geistig-Seelische des Menschen lebt. Sprachgestaltung als Begriff sagt aus, was sie ist. Durch Rudolf Steiners Anregungen wurde eine neue Dimension, ein vertieftes Verständnis zur Sprache gewonnen. Sie wurde am Beginn des 20. Jhds in Zusammenarbeit mit Marie Steiner-v. Sivers für die künstlerische Rede-, Bühnen- und Rezitationskunst gepflegt und entwickelt. Damals wie heute steht bei dieser Arbeit der Mensch selber im Mittelpunkt. Künstlerische Sprachgestaltung ist deshalb keine Stil- oder Geschmacksrichtung, die einer bestimmten Zeit angehört. Sie ist beweglich und begleitet den Entwicklungsweg des Menschen. Sie kann zu einem wichtigen Impuls werden, wenn sie die in ihr innewohnenden Lebenskräfte befreit und fördert.»

 

Christian Peter
1976-80 Schauspiel- und Sprachgestaltungsausbildung am Goetheanum. Von 1980-2004 Mitglied des Ensembles der Goetheanum-Bühne. Wichtige Stationen: Hauptgestalten in den Mysterien Dramen Rudolf Steiners (Benedictus, Hüter der Schwelle, Ahriman), sowie die Darstellung des Faust und des Mephisto in Goethes Faust I + II. Regiearbeiten: grosses Sprechchorprogramm mit grossem Orchester. Barrabas von Albert Steffen, Antigone von Sophokles und Faust I+II (1999 und 2016) und die Mysterien Dramen von Rudolf Steiner (seit 2008).

 

Christina Kerssen, Eurytmie
Ausbildung zum Dozent Tanz, Eurythmie in Den Haag, Niederlanden. Dann ca. 10 Jahre als Bühneneurythmistin an der Goetheanum Bühne in Dornach tätig in Goethes Faust, Symphonieprogrammen, Mysterien Dramen von Rudolf Steiner und vielen weiteren Produktionen. Aktuell unterrichte ich Studenten und Schüler im Fach Eurythmie und bin freischaffend tätig u.a. in den Mysterien Dramen am Goetheanum und freien Projekten mit Schauspielern, Musikern und anderen Künstlern.

«Eintauchen in die eigene Bewegung, sich selber darin entdecken und darüber hinaus zu Gesetzmässigem finden in Lautstimmungen, Farben, Raumformen, Improvisationen. Sprache durch den eigenen Leib als Instrument erfahren.»